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Ansichten einer Reisenden

ECOCINEMA – Winterabende im Bergell

Jetzt habe ich schon lange nichts mehr veröffentlicht. Das liegt auch daran, dass ich inzwischen fest im Bergell wohne, aber seit neuem nach Davos zur Arbeit pendele. Graubünden ist ein Reisekanton, nicht nur für seine Tourist*innen, sondern auch seine Bewohner*innen. Aber dazu ein ander mal mehr.

Aber auch im Bergell war viel zu tun: Gemeinsam mit dem Ferien- und Bildungszentrum Salecina und Pro Natura, Sektion Bergell, haben wir eine tolle Filmreihe geplant. Sie heisst ECOCINEMA und wird das Wasser in den Bergen und anderswo thematisieren.

Ökologische Themen gehen uns alle an; häufig aber haben Naturwissenschaftler Schwierigkeiten, mit ihren Daten und Zahlen zu überzeugen. Film dagegen ist ein einfaches Medium, das allen offen steht; seine Bilder zeigen, anstatt zu argumentieren, sie führen uns die Wirklichkeit vor Augen, und wir können sehen, um uns zu überzeugen.

«I custodi dell’acqua» von Giulio Squarci zeigt die Karnischen Alpen

Wasser in den Bergen

Wasser steht uns einfach zur Verfügung, meinen viele, es ist ein Naturprodukt. Einerseits aber kann Wasser viele Probleme schaffen, wenn zu viel davon vom Himmel kommt und die Flüsse es nicht mehr fassen können. Andererseits kann auch der Zugang zu Trinkwasser problematisch sein, wenn Wasserquellen privatisiert werden. Dieses Thema greifen zwei Filme auf: In CUSTODI DELL’ACQUA von Giulio Squarci geht es um die Privatisierung des Wassers in den Karnischen Alpen. Die lokale Bevölkerung wehrt sich und bekommt politische Zustimmung. In DANS LE LIT DU RHÔNE (für Deutsch nach unten scrollen) von Mélanie Pitteloud werden die Flussbegradigungen im Wallis diskutiert. Die Autorin fragt, wie die Bevölkerung geschützt und der Fluss doch lebendig werden kann.

Zwei andere Filme beschäftigen sich mit Wasser in seiner gefrorenen Form: SCHNEE von August Pflugfelder hakt in der Tourismusindustrie nach, die das weisse Gold jeden Winter wieder benötigt, leben doch viele Menschen davon. STEPS – RIDER GREENER vom Coupdoeil-Filmkollektiv zeigt eher Lösungsansätze, wenn Snowboarder mit Zug und zu Fuss in die Berge aufbrechen.

Menschen im Berggebiet und an den Meeren

THE NEW WILD von Christopher Thomson führt vom Thema Wasser weg zu Problemen der Bevölkerung: wie können Menschen in Bergtälern überleben? Und wie geht es den entvölkerten Regionen? A PLASTIC OCEAN von Craig Leeson führt von den Bergen ans Meer, wo sich Plastikmüll in dramatischer Form sammelt: Aber was kann jede_r Einzelne zu seiner Vermeidung beitragen?

Die Filme werden zudem von Diskussionen mit den Autoren und Autorinnen begleitet, die zu jedem Film (ausser A PLASTIC OCEAN) anwesend sein werden. Zudem haben wir teilweise Fachpersonen eingeladen – es diskutieren Forscher vom Schweizer Nationalpark (Dr. Christian Rossi zu THE NEW WILD), Aktivisten von NGOs (Jacqueline von Arx zu DANS LE LIT DU RHÔNE), der Bergführer und Wasserfachleute (Fernando Giovanoli zu CUSTODI DELL’ACQUA). Schön ist auch, dass wir schöne Orte im Bergell für die Aufführungen gewinnen konnten: Das MALOJA PALACE, den Gemeindesaal in Castasegna, die Palestra in Stampa.

Herzlichen Dank auch an dieser Stelle allen Unterstützer*innen und Helfer*innen! Wir freuen uns über viel Publikum. Hier das Programm zum Download:

 

2 Kommentare

  1. Wow, super Programm!!

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