• Strecke: Maloja – Blaunca – Grevasalvas – Sils Baselgia, ca. 8.5km, 2 1/2 Stunden.
  • Charakter: attraktive Panoramastrecke auf der Sonnenseite des Silser Sees
  • Schwierigkeit: T1-T2, teils auf Wirtschaftswegen, aber auch weniger leichte Bergwanderwege
  • Höhendifferenz: 300↑, 300↓, etwas steile Passage zwischen Pila und Cadlägh
  • Busstationen: Maloja Posta, Plaun da Lej, Sils Baselgia San Lurench
  • Verpflegung: diverse Läden und Restaurants in Maloja, Restaurants in Sils Baselgia

 

Der Engadiner Höhenweg ist ein Klassiker, ein schönes Stück davon berührt auch das Bergell: die Etappe von Maloja nach Sils Baselgia. Am Südhang gelegen, bietet sie Sonne pur und ist deshalb vom Frühjahr, wenn der Schnee getaut ist, bis in den späten Herbst begehbar. Aber auch die Aussichten auf den Silser See und die gegenüberliegenden Berge – Piz da la Margna, Piz Corvatsch, Piz Surlej und viele mehr – sind einmalig. Der Weg ist meist recht einfach zu gehen, einige wenige Passagen sind etwas steil. Insgesamt leichter ist er von Sils nach Maloja, in dieser Richtung sind die Anstiege etwas sanfter.

Der Einstieg zu dieser Wanderung ist nicht ganz leicht zu finden im weitläufigen Dorf von Maloja. Es gibt zwei Möglichkeiten: 1. Von der Haltestelle Posta läuft man ein Stück die Hauptstrasse entlang, bis kurz hinter dem Hotel Longhin ein kleiner Pfad abbiegt. 2. Wer die Strasse vermeiden möchte, folgt zunächst den Wegweisern Richtung Torre Belvedere, anschliessend denen Wegweisern zum Rundweg, hält sich bei jeder Kreuzung allerdings rechts.

Beide Pfade führen auf den Wirtschaftsweg Richtung Pila; hier konnte man früher sehr gute Wurst kaufen, inzwischen ist Renato Giovanoli leider in Pension. Mit einem hoffentlich guten Frühstück im Magen schwingen wir uns auf den Pfad, der nun immer steiler wird. Aber teils in Serpentinen, teils auf gut befestigten Treppen steigt man bequem bergan. Allerdings sind es 200 Höhenmeter am Stück... Erst bei Plan di Zoch wird es endlich etwas flacher, wir biegen nach rechts vom (immer noch steilen) Weg Richtung Lunghinsse ab.

Bald sind die Mühen vergessen und vor Blaunca öffnet sich eine weite Ebene. Das läuft sich sehr angenehm, grossartig ist auch der Blick zurück ins Bergell, dessen schroffe Spitzen sich zu türmen scheinen. Man passiert nun Blaunca und läuft auf einem Wirtschaftsweg weiter nach Grevasalvas (wohin uns schon die Wanderung zum Lunghinsee gebracht hat). Wer schon genug hat, kann hier abbrechen und nach Plaun da Lej laufen. Allerdings verpasst man dann die grossartigen Aussichten, die sich erst eröffnen, wenn man nochmals hochgestiegen ist – bis zum Punkt Muotta auf 2011m.

Hier passiert man nämlich den letzten dieser kleinen vorgelagerten Hügel, die den Blick auf den See versperren. Es eröffnet sich ein grossartiges Panorama, das im Herbst von einer Farbsinfonie in Blau, Grün und Orange gekrönt wird. Das liegt nicht zuletzt an den vielen Lärchen, die hier stehen und sich beim ersten Frost verfärben. Fast hat man das Gefühl, durch eine Kitschpostkarte zu laufen.

Aber weil der Weg immer bequemer wird, macht man das gerne. Er fällt jetzt leicht ab, bis er in Sils Baselgia das Niveau von Strasse und See erreicht (Vorsicht bei der Querung – es gibt keinen Fussgängerweg und Autos & Motorräder rasen ziemlich). Hier kann man nun entweder Kaffee trinken oder gleich auf dem Bus zurück nach Maloja springen.

Wer noch gar nicht müde ist, kann diese Wanderung mit einem Rückweg am Silsersee zwischen Sils Maria und Maloja (auf der anderen Seeseite) ergänzen. Das ist dann eine vollständige See-Runde und ein ganzer Wandertag!

Blick auf Pila: Hier wird es auf dem Engadiner Höhenweg idyllisch
Blick auf Pila: Hier wird es auf dem Engadiner Höhenweg idyllisch
Bequeme Treppe auf dem steilen Pfad: Anstieg auf dem Engadiner Höhenweg
Bequeme Treppe auf dem steilen Pfad: Anstieg auf dem Engadiner Höhenweg
Engadiner Höhenweg zwischen Sils Maria und Maloja
Engadiner Höhenweg zwischen Sils Maria und Maloja
Im Herbst besonders schön: Engadiner Höhenweg mit Blick auf den Silser See
Im Herbst besonders schön: Engadiner Höhenweg mit Blick auf den Silser See
Schotter, Lärchen, Wasser: eine tolle Kombination
Schotter, Lärchen, Wasser: eine tolle Kombination
Ende der Wanderung: Sils Baselgia mit Kirche San Lurench
Ende der Wanderung: Sils Baselgia mit Kirche San Lurench